Andacht (aus dem Gemeindebrief)

Liebe Leserinnen und Leser,
das Leben ist voller unerwarteter Lebenssituationen. Situationen, die uns perspektivlos und finster erscheinen. Wer bzw. was kann uns dabei Halt geben?

Seit einem Jahr lebt unsere Welt in einer außergewöhnlichen Situation, mit der niemand gerechnet hat. Das Coronavirus macht uns zu schaffen. Es verändert unsere Lebensnormalität und hält unsere ganze Welt im Notstand: Ausgangssperren, Hygieneschutzmaßnahmen, Abstand halten, Schutzmasken, Homeschooling, Homeoffice, Lockdown, abgesagte oder gehaltene Gottesdienste mit Voranmeldungen, usw. „Das haben wir noch nicht erlebt“, sagen die älteren Menschen. Es herrschen Sorgen und Angst vor der Lebensexistenz. Wie es wirklich weiter gehen wird, wissen bis jetzt weder die Politiker noch die Wissenschaftler, auch wenn die neu entwickelten Impfstoffe ein Licht im Tunnel zu bringen scheinen. Auch hier sind etliche Menschen gegenüber den entwickelten Impfstoffen noch skeptisch, da ihnen deren Nebenwirkungen noch nicht geklärt scheinen. Die neuerliche Nachricht über die gefährlichen Varianten des Coronavirus aus Südafrika und Großbritannien verunsichert uns noch. Das Ganze scheint finster und belastet unsere Seele.

Nicht nur wir erleben heute solche seelisch belastende Situation. Die Bibel erzählt von Menschen, die auch ähnlichen Situationen erlebt hatten. Der König David zum Beispiel, betete eines Tages zum Herrn, seinem guten Hirten, und sagte: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.“ (Psalm 23,3-4). Seine Aussage verrät nicht ganz genau, was er erlebt hatte. Es scheint aber eine schwierige Lebenssituation zu sein, da er vom finstern Tal und Unglück sprach.

Was machte er in seiner Situation? Er betete zum Herrn, seinem guten Hirten. Er vertraute und hoffte auf ihn. Er fürchtete kein Unglück, weil er zuversichtlich war, dass der Herr sein Halt, auch im finstern Tal war und ihn tröstete.

Jesus Christus ist unser guter Hirte. Er kennt und versteht unsere schwierigen Lebenssituationen, da er selbst als Mensch in unserer Welt gelebt hatte und den Weg des Leidens gegangen war bis er für uns am Kreuz starb. In der Passionszeit gedenken wir an dieses Ereignis.

Da der Herr uns kennt und unsere Lebenssituation versteht, dürfen wir ihm vertrauen. Im Gebet dürfen wir alles, was uns belastet und finster scheint, zu ihm bringen. Er ist unser Halt. Er kommt uns zur Hilfe und tröstet uns. Er erhellt unser Leben und schenkt uns neue Lebensperspektive, nicht nur für diese Zeit, sondern auch für die Ewigkeit.

„Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit lei-den mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.“ (Hebräer 4,15-16)

Ihr Pfarrer Emmanuel Ndoma

Für ein halbes Jahr bei uns: Pfarrer Emmanuel Ndoma

Herzlich willkommen in der Bürgleiner Kirchengemeinde, lieber Herr Ndoma! Für ein halbes Jahr von März bis August sind Sie uns zur Dienstleistung zugewiesen. Sie werden viele Gottesdienste halten und auch im Kindergottesdienst ab und zu dabei sein. Zu Geburtstagen werden Sie Menschen anrufen und – wenn es wieder dran ist – besuchen. Schön, dass Sie bei uns mitarbeiten!

Der Kirchenvorstand und Pfarrer Ulrich Schindler