„Ich glaube – hilf meinem Unglauben!“

Bunt blüht es auf der Wiese des Pfarrgartens! Die Blumensamen sind voll aufgegangen. Es waren Blumensamen aus einer Tüte mit der Aufschrift: „Ich glaube – hilf meinem Unglauben!“, der diesjährigen Jahreslosung. Kaum vorstellbar ist es, wenn man im Frühjahr die braunen, trockenen Kügelchen aussät, dass fünf Monate
später eine bunte Pracht dort wächst. In einem Gleichnis (Markus 4) wird Gott mit einem Bauern verglichen, der die Samenkörner auswirft – und nur wenige gehen auf und bringen Frucht. Manche fallen auf steiniges Land, manche auf den Weg und werden von den Vögeln weggepickt, manche fallen zwischen das Dornengestrüpp und werden erstickt. Seit Februar 2018 versuche ich das Wort Gottes in der Kirchengemeinde Bürglein zu verkündigen und mit meinem Leben vorzuleben. Ich bin dankbar für viele geglückte und erfüllte Momente – fröhliche Stunden mit Kindern in der Schule oder im Kindergottesdienst, kritische Nachfragen von Jugendlichen im Konfirmationsunterricht, tröstende Gebete am Krankenbett oder bei Trauernden. Ich bin sehr dankbar für jede Begegnung an der Haustür oder am offenen Fenster,
die trotz Corona möglich war, für viele Gottesdienste und Bibelgespräche, für das Mitdenken, Mitplanen und Gestalten der engagierten Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher. Was auch immer ich gesagt und getan habe – es sollte den Geist der Kraft und der Liebe Gottes ausstrahlen. Glaube und Zweifel, tiefes Vertrauen in Gottes Geleit neben Unsicherheit, wie das Leben weitergeht – all das soll Platz haben. Doch letztlich liegt alles in Gottes Hand, ob der Same aufgeht, ob die Pflanze nur 20 cm hoch wird und darum unter einer größeren erstickt oder ob sie 100 cm groß wächst und mit ihrer großen bunten Blüte weithin leuchtet. Als Pfarrerin schaue ich auch selbstkritisch. Nach nur zwei Jahren hier in Bürglein musste ich traurig wahrnehmen, dass trotz meines hohen Krafteinsatzes mancher Same nicht aufging. Im März bedachte ich darum einen Monat beim Pilgern meinen Lebensweg und kam immer mehr zu dem Schluss, dass ich mich von Bürglein trennen müsse. Nun habe ich mich erfolgreich auf eine Stelle beworben, in der mehr Gewicht auf der gottesdienstlichen und seelsorgerlichen Arbeit in der Gemeinde liegt. Ich freue mich auch sehr auf die Begleitung der Kinder und jungen Familien in dem kirchengemeindlichen Kindergarten. Mit einem Viertelstellenanteil werde ich die Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenheime in Ansbach betreuen.

Liebe Gemeindeglieder,
ich verabschiede mich von Ihnen in dem großen Vertrauen, dass letztlich bei jedem und jeder von Ihnen der gute Same Gottes aufgeht und die Bürgleiner Kirchengemeinde wie eine bunte Blumenwiese auch in den kommenden Jahren blüht und gedeiht.

Herzlichst
Ihre Pfarrerin Dörte Knoch

Liebe Gemeinde,
als Kirchenvorstand bedauern wir zutiefst, dass es uns trotz aller intensiven Bemühungen nicht gelungen ist, einen gangbaren, gemeinsamen Weg mit Pfarrerin Dörte Knoch zu finden und zu gehen. Wir danken ihr für alles Engagement in unserer Gemeinde. Für die Zukunft wünschen wir Pfarrerin Knoch und ihrer Familie alles erdenklich
Gute, vollkommene Gesundung und Gottes reichen Segen.

Herzliche Einladung zum Gottesdienst
mit Verabschiedung von Pfarrerin Dörte Knoch
am 28. November um 15.00 Uhr
in der Johanneskirche in Bürglein