Rede bei der Gedenkfeier im Eichenhain am 29.5.2016

Bildrechte: beim Autor
 
Feindesliebe sei kein Gefühl, sondern die willentliche Entscheidung, auch in Feinden, selbst in Terroisten, immer noch einen Mitmenschen zu sehen, der wie jeder Mensch der Liebe bedarf, so Pfarrer Gernert beim Friedensgottesdienst im Eichenhain. Bei der anschließenden Gedenkrede ging Dietmar Bidmann auf die Entstehung des Eichenhains ein.
 
Rede bei der Gedenkfeier im Eichenhain
 
Ich möchte Sie alle recht herzlich zu unserem Friedensgottesdienst an unserem Ehrenmal im Eichenhain begrüßen und bedanke mich für Ihr Kommen.
 
Bildrechte: beim Autor
 
Ein großes Dankeschön für die vielen „helfenden Hände“, die am vergangenen Mittwoch unter Leitung des 2. Vorsitzenden Bruno Rosa für die Mäharbeiten und die Vorbereitungen des Eichenhains mitgeholfen haben.
Ein Dank auch an Jürgen Waller, der für die Bänke und Sitzgelegenheiten gesorgt hat, sowie der Familie Seidel, die wie jedes Jahr kostenfrei den Blumenschmuck zur Verfügung stellt.
Leider sind vier von den 50 Eichen eingegangen. Sie wurden durch Eichenkreuze ersetzt. Hier nochmal ein Dank an die Stadt Heilsbronn, die Material und Maschinen zur Verfügung stellte. In diesem Zusammenhang ein Dank auch an unser Vereinsmitglied Fred Distler, der die Eichenkreuze anfertigte und montierte.
Im Frühjahr diesen Jahres wurden die alten Fahnenmasten durch neue ersetzt, auch wurden Reparaturarbeiten an den Fußbodenfugen der Sandsteine durchgeführt. So erscheint unser Ehrenmal und der Eichenhain im neuen Glanz. Vielen Dank an Fred Distler und Richard Horneber für die tatkräftige Unterstützung.
Für einen schönen Rahmen unterstützt uns wie immer der Posaunenchor und der Gesangsverein: Auch hier an dieser Stelle vielen Dank für das Mitwirken und die Unterstützung.
Und zu guter Letzt ein Dank an unseren Pfarrer, Herrn Gernert, für die Mitgestaltung des Friedensgottesdienstes.
 
Wir befinden uns hier an einem historischen Ort,
einem Ort der Stille,
einem Ort zum Gedenken und Nachdenken.
 
Ein knappes Jahr nach Beendigung des 1. Weltkrieges war es der 1. Bürgermeister der Gemeinde Bürglein, Herr Peter Vogelhuber, welcher der Ideengeber war, eine Gedenkstätte für die Gefallenen und Vermissten des 1. Weltkrieges zu errichten.
Seine Worte waren: „Nicht irgendein Stein soll die Gefallenen und Vermissten unserer Heimat ehren, sondern in Gottes freier Natur soll ein Eichenhain zu ihrem Gedenken entstehen“.
Nach mehreren Sitzungen wurde am 1. Januar 1920 beschlossen, dass für jeden gefallenen und vermissten Soldaten eine Eiche und für die zwei in der Heimat verstorbenen Soldaten je eine Linde gepflanzt werden.
Das Grundstück stellte hierzu die Gemeinde Bürglein zur Verfügung. Das ist genau der Ort, an welchem wir uns jetzt befinden.
Am 18. April 1920, heute vor 96 Jahren, wurde zum Dank für die glückliche Heimkehr der Kriegsgefangenen des 1. Weltkrieges unserer Kirchengemeinde ein Dankgottesdienst mit dem damaligen Pfarrer Siegfried Wild in unserer Kirche in Bürglein gefeiert.
Im Anschluss daran fand die feierliche Einweihung des neu angelegten Eichenhaines zum Gedenken der 52 gefallenen und vermissten Soldaten unserer Kirchengemeinde statt.
Die Festansprachen hielten Pfarrer Wild und der Vorstand vom Militär- und Kriegerverein Josef Heller, eingerahmt mit musikalischen Beiträgen von einer Musikkapelle, den Gesangverein und der Schuljugend, also ähnlich wie heute.
Der Höhepunkt dieser feierlichen Weihe war die Niederlegung von selbstgeflochtenen Blumenkränzen durch die Schulkinder: Begleitet von den hallenden Glocken unserer Dorfkirche legten die Kinder an den einzelnen zum Andenken der Toten gepflanzten Eichen die Blumenkränze nieder.
 
Im Jahre 1960 wurde unsere Ehrenhalle eingeweiht, viele von den Älteren unter uns wissen sicher noch, dass an gleicher Stelle eine Blumengruppe in Form eines „Eisernen Kreuzes“ gepflanzt war.
Und seither wurde im Rhythmus von anfänglich zwei Jahren, später dann alle Jahre, ein Gottesdienst mit Gedenkfeier abgehalten.
Unsere Vereinsgründer haben dieses wunderschöne und einmalige Ehrenmal mit dem Eichenhain geschaffen, um den Angehörigen und Familien und deren Nachkommen unserer Kirchengemeinde eine Erinnerungsstätte ihrer gefallenen und vermissten Soldaten zu geben.
Es waren ja nicht nur Soldaten, nein es waren Söhne, Väter, Brüder und Ehemänner, die aus ihrer Heimat in den Krieg mussten und in vielen Ländern dieser Welt ihr Leben oft sinnlos verwirkten.
Es ist unsere Aufgabe und unsere Pflicht dieses Vermächtnis und die Tradition fortzuführen das Eichenhain zu pflegen und zu erhalten.
Diese Gedenkstätte soll uns auch noch in der heutigen Zeit zum Nachdenken animieren!
 
„Zum Gedenken die Fahnen senkt“
 
Wir gedenken jetzt aller Soldaten, die im guten Glauben und Pflichtbewusstsein in den unsinnigen Kriegen für das Vaterland ihr Leben lassen mussten!
Ebenso gedenken wir der vielen zivilen Opfer.
 
Dietmar Bidmann
1. Vorsitzender der Soldaten- und Bürgerkameradschaft Bürglein