Schulgeschichte kam zutage

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Eine Grabung vor der Johanneskirche Bürglein wurde vom Denkmalamt angeordnet, da die Gestaltung eines barrierefreien Zugangs in historisches Gelände eingreift, auch wenn beim vorhandenen Weg an der tiefsten Stelle nur ein Meter tief aufgegraben werden muss. Diese Sondage war die Voraussetzung, um eine Erlaubnis für Schaffung einer Barrierefreiheit zu erhalten. Dies sieht nun positiv aus. Denn es wurden keine Gräber angeschnitten, was vorher nicht ausgeschlossen werden konnte, befand sich doch der Friedhof bis zu seiner Auflassung 1974 um die Kirche herum.

Ein anderer Fund kam ans Tageslicht: alte Mauerreste, die im Zusammenhang mit dem alten Schulhaus von Bürglein zu sehen sind. Auf dem Urkataster von 1825 ist das alte Schulhaus in einem großen Umfang vor dem Kirchturm zu sehen. Es zog sich über die Breite der Kirche hin. Im Bereich des Schulhauses konnte niemand bestattet werden. Als es 1876 abgerissen wurde, um den Friedhof um die Kirche herum zu erweitern, ließ man im Bereich des neu angelegten Weges unterirdisch gelegene alte Mauerreste stehen. Die Bierbrauertöchter Johanna und Dorothea Lederer stifteten 1878 die Kirchhofmauer und die eisernen Gittertüren für den neuen Zugang zur Kirche von der Alten Schulgasse her. Wahrscheinlich wurden die westliche Kirchhofmauer und die Treppe auf Reste der Schulhausmauer aufgesetzt. Die Grabung ergab, dass das letzte Schulhaus von 1651/1751 seinerseits über einem Vorgängerbau errichtet wurde. Die Funktion eines abgerundeten Raumes, dessen Mauerwerk innen sichtbar und nach außen gegen das Erdreich gemauert war, ist noch unklar. Vielleicht war es eine Zisterne, worauf die Versinterung an der Innenseite hinweisen könnte. In der Auffüllung dieses Bereiches wurde spätmittelalterliche Keramik gefunden.

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Näher zur Kirche und wohl außerhalb des Bereiches vom einstigen Schulhaus tauchten Scherben von hochmittelalterlicher Keramik auf, die in die Frühgeschichte des Orte verweisen - 11. oder 12. Jahrhundert. Dr. Thomas Liebert, der die Sondage durchführte, wird den Befund noch im einzelnen dokumentieren. Danach hoffen wir auf die Genehmigung für die Schaffung eines barrierefreien Zugangs. Er wurde von ehrenamtlichen Helfern aus der Gemeinde unterstützt, die 19 Kubikmeter Erde mit der Hand bewegt haben.