Verbindung von Orten und Lutherworten

Bildrechte: beim Autor
Bildrechte: beim Autor

Die Wanderung mit Lutherworten begann bei der Lutherrose am Gemeindehausgeländer, wo Pfarrer Hans Gernert LuthersAusführung dazu vorlas. Zweite Station war der Pfarrgarten mit dem Meditationsweg, wo Luthers reformatorische Entdeckung zu Gehör kam: "Da hatte ich das Empfinden, ich sei geradezu von neuem geboren und durch geöffnete Tore in das Paradies selbst eingezogen." Beim Johannesstein im Kirchhof wurde an die innige Verbindung mit Christus durch die Taufe erinnert, beim Funkmast an Luthers Freiheitsschrift, bei einer Wegkreuzung an Luthers Rat an Melanchthon "Sündige tapfer". Sprüche zum Wein passten zum einstigen Weinanbau in Bonnhof - Luther hat den Bonnhöfer Wein selbst gelobt. Im Biergarten gab es Zitate Luthers über das Einbecker Bier und die Braukunst seine Frau Katharina von Bora. Beim ehemaligen Wasserschloss passte das Lied von der festen Burg. Im Tal am Radweg sangen die Vögel zum Lieder der kleinen Wandergruppe "Die beste Zeit im Jahr ist mein, da singen alle Vögelein".

Im Eichenhain, der zur Erinnerung an die Gefallenen des 1. Weltkriegs gepflanzt wurde, wurden die Hetzreden und Hassworte Luthers gegenüber Bauern, Juden und Türken kritisch hinterfragt - Luther sah hier in endzeitlicher Stimmung den Satan am Werk, der das neu entdeckte Evangelium vernichten wolle. Pfr. Gernert sang in diesem Zusammenhang ein Lied aus dem neuen Kirchentagsliederbuch "Freitöne" (Nr. 143): "Eingiftiger Keim ist in unserem Erbe enthalten: die Kirche, der wir angehören, sie kannt auch den Hass... Lasst wachsam uns sein und, so schmerzhaft das Hinschaun auch sein mag, den Keim nicht vergessen, dass keiner in friedlosen Zeiten ihn wieder weckt." Inzwischen ging der Vollmond zwischen den Bäumen auf und vervollkommnete die friedliche Abendstimmung.

Die beiden letzten Stationen wurden abkürzend vorweggenommen: Die Tafel am Jakobsweg und der Friedhof mit den letzten Worten Luthers: "Wir sind Bettler, das ist wahr."