Johanneskirche Bürglein

Die Johanneskirche Bürglein wurde in der Barockzeit im Markgrafenstil erneuert: Kanzelaltar, Orgel und Taufstein (inzwischen seitlich) bilden eine Einheit und Konzentration auf Wort und Sakrament. Die barocke Inneneinrichtung wirkt harmonisch und freundlich. Besucher spüren meist sofort eine wohlige Atmosphäre.

Zeittafel zur Geschichte der Johanneskirche

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13. Jh. Ursprünge des Kirchenbaues, gotischer Westturm.
Drei alte Glocken, sämtlich mit dem Mariengruß veschmückt :
13. Jh. (2. Hälfte des 13. Jh.) Mittlere Glocke, Æ 73 cm, H. 59 cm.

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14. Jh. (2. Hälfte des 14. Jh.) Kleine Glocke, Æ 63,5 cm, H. 51,5 cm.
15. Jh. (3. Drittel des 15. Jh.) Große Glocke, Æ 106,5 cm, H. 80 cm, mit dem Täufer Johannes auf der Flanke.

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16. Jh. Geschnitztes Abendmahlsrelief, heute über der Sakristeitür.
1725 Bau der Saalkirche im Markgrafenstil

Bauherr war Georg Wilhelm Markgraf zu Brandenburg-Bayreuth. Er hat sich mit seinem Wappen über dem südlichen Hauptportal verewigen lassen.

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1725 Orgel und Kanzelaltar, der einen Tempel symbolisiert, gestiftet von der aus Thalmässing stammenden, kinderlosen Witwe Katharina Humbser (1671-1732), die 1725 die Brauerei in Bonnhof an Thomas Lederer verkaufte. Ihr Mann war Georg Humbser (1661-1722), Sohn des Bürgleiner Müllers.

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1725 Dreieckiger (trinitarischer), mit Putten und schwerer Akanthuszier behauener Taufstein, gestiftet von der ledigen Pfarrerstochter Sophia Margaretha Schenk, Schwägerin von Pfr. Kirchner.

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1725/26 Einbau des Kirchengestühls, das bei der Renovierung 1990 erhalten bleiben musste. Um 1725 Vortragekreuz mit Engelputten (drei auf der Vorderseite, geschnitzt; vier auf der Rückseite, gemalt). Dieses Kreuz wurde einst für die Beerdigung von Kindern benutzt.
Eine Gedächtnistafel erinnert an Pfarrer Erasmus Kirchner, unter dem das Kirchenschiff neu erbaut wurde und der 1738 in „seiner" Kirche beerdigt worden sein dürfte.
1829 Opferstock am Ausgang beim Hauptportal, gestiftet vom Gemeindevorsteher Johann Friedrich Roth.
1843 Altargemälde: Kopie des „Abendmahles" von Leonardo da Vinci, gestiftet von Müllermeister und Tabakfabrikant Johann Georg Herding von der Weihersmühle, gemalt von Johann Kleininger aus Schwabach. Unten im Bild das Wappen der Freiherrn von Herding.

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1862 Gründliche Erneuerung mit farblicher Fassung des Innenraumes. Der Müllermeister Wilhelm Herding von der Weihersmühle, wo sich heute eine Fachklinik für suchtkranke junge Männer befindet, setzte sich als einer der ersten Kirchenvorsteher (der Kirchenvorstand wurde 1851 eingeführt) stark für die Innenrenovierung ein und bezahlte alle Vergoldungen. Die Tür an der Nordseite wurde bis auf ein Oberlicht zugemauert, die ausgetretenen Backsteine des Fußbodens wurden durch Solnhofener Platten ersetzt.
1864 Zwei bunte Chorfenster links und rechts der Orgel, gestiftet von Wilhelm Herding (ausgeführt nach seinen eigenen Entwürfen).

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1868 Vortragskreuz, gestiftet von J. M. Scheiderer aus Wendsdorf, das heute bei allen Beerdigungen verwendet wird. 1869 Vortragskreuz mit Strahlen, renoviert von J. G. Zuckermandel aus Bürglein, das bei der Beerdigung von alleinstehenden und konfirmierten Gemeindegliedern verwendet wurde. Beide Kreuze vom Bildhauer und Vergolder Franz Herterich aus Ansbach.
1870 Ölgemälde „Jesus in Gethsemane", gestiftet von Lederer, Bonnhof, und gemalt von Wilhelm Braun aus Ansbach.

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1870 Glasfenster mit Christusfigur, gestiftet (ursprünglich anonym) von Wilhelm Herding zum Weihnachtsfest 1870.

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1875 Gedenktafel für die vier Gefallenen der Kriege 1866 und 1870.
1879 Gußeisernes Kreuz vor der Kirche gestiftet von Wilhelm Herding anlässlich der Friedhofserweiterung nach Abbruch des alten Schulhauses.

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1889 Blitzableiter auf der Kirche, gestiftet von Wilhelm Herding.
1892-94 Dachboden der Kirche wurde verbrettert.
1895 Neuer Glockenstuhl eingerichtet.
1901 wurde die Tür am Altar weggenommen, die Seitengeländer blieben noch bis 1960 stehen. Außerdem wurde eine Türe aus der Sakristei ins Freie gebrochen.
1905 Orgelneubau (pneumatisch) durch Johann Strebel, Nürnberg.

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1916 Kronleuchter aus Bronze, gestiftet von Christoph Bär von Gottmannsdorf.
1917 Turmuhr von L. Förster, Nürnberg, gestiftet von Lorenz Zuckermandel.
1917 Die kleine, beschlagnahmte Glocke wurde wieder freigegeben.
1918 Zwei Kirchenfenster rechts und links vom Altar von Kunstmaler Rötzer in Nürnberg, gestiftet von durch den Krieg verwaisten Eltern.

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1922 Gedenktafel für die Gefallenen des 1. Weltkrieges über dem Lehrerstand, eingeweiht am 4. Juni.
1933 Elektrifizierung der Kirche.
1938 Einweihung des neuen Friedhofs am Korngrundweg. Der Friedhof um die Kirche herum wurde 1974 aufgelöst.
1945 Kleiner Kronleuchter, gestiftet von Johann Bär aus Gottmannsdorf (in der Sakristei).
1948 Neuverglasung der 1945 beschädigten Fenster.
1949 Umfassende Innenrenovierung der Kirche. Die Wendeltreppe zur Orgelempore im Altarraum und die beiden seitlichen Kirchenstühle wurden entfernt, alle Holzteile abgelaugt und naturfarben bemalt. Pfarrer Stöhr suchte auf das Kirchenjahr bezogene Bibelworte für die Bemalung der Emporen aus.
1949 Gedächtnistafeln und Kruzifix für die Gefallen des 2. Weltkrieges.
1951 Orgelrenovierung und Orgelmotor.
1957 Erneuerung des Fachwerkturmes.
1961 Inbetriebnahme der Kirchenheizung.
1963 Stehlesepult aus Eiche, 7 Liedertafeln mit je 1 Satz Ziffern.
1965 Neueindeckung des Kirchturmdaches.
1968 Ölbild „Bindung Isaaks", gemalt von Georg Kuboth, Nürnberg, gestiftet von Christian Weiß aus Erlangen, gebürtig aus Betzendorf; korrespondiert zu „Jesus in Gethsemane".

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1988-91 Umfassende Außen- und Inneninstandsetzung.
1996 Runderneuerung der Glocken in Nördlingen.
2006 Lautsprecheranlage von Firma Nidermayer.
2008 Auszeichnung „Fledermäuse willkommen" (Großes Mausohr im Dach).
2009 Kerzenständer für Konfi-Kerzen.
2010 Sanierung der Kirchhofmauer. Bei einer vorbereitenden Grabung kam ein Mauerfundament aus dem 11. Jahrhundert zum Vorschein: Ein möglicher Hinweis auf den Standort der Burg der Herren von Burgilin?

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2011 Pflanzung des Kirchenjahresweges im Kirchhof.
2013 Anschaffung einer neuen Abendmahlskanne.
2014 Einweihung des Kirchenjahresweges im Kirchhof.

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2014 Anschaffung eines neuen Vortragekreuzes.

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2015 LED-Strahler für den Altarraum.

Ein barrierefreier Zugang zur Kirche ist in Planung.

Eine 1933 als Leihgabe aus Bürglein an den Heimat- und Altertumsverein Heilsbronn abgegebene Glocke mit Zuckerhutform (13. Jh.) hängt heute im Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn. Vielleicht ist sie damit an den Ort zurückgekehrt, an dem sie einst von einem Abt in Auftrag gegeben wurde...

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2017 Die Arbeiten am barrierefreien Zugang haben begonnen

Der 29.September ist der Tag des Erzengels Michael und aller anderen Engel. Am Kirchweihsonntag 2017 ist der Kirchenjahresweg um die Johanneskirche erweitert worden mit der Michaelisstation von Hubertus Hess aus Nürnberg. Sie bietet den Besuchern der Kirche oder den Jakobspilgern zwei Sitzplätze an, gekennzeichnet mit einem angelehnten Wanderstab. Man entdeckt auf der Sitzfläche des Kunstwerks zwei abgelegte Engelsflügel, die zu Fragen und Entdeckungen führen: wem gehören sie? Wer hat sie abgelegt? Wo ist das Wesen unterwegs, das offenbar seine Flügel hier postiert hat?